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    Aus der aktuellen fng-Ausgabe:

    Vom Bauhaus ins Kaufhaus

    Eine Sonderausstellung ganz besonderer Art ist bis Ende des Jahres im Verpackungsmuseum Heidelberg zu sehen.

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    Die Macher des Verpackungsmuseums in Heidelberg haben sich eines Themas angenommen, das in dieser Form noch nie dargestellt wurde: der Einfluss des Bauhaus auf das Markendesign. Denn kaum einem ist bekannt, dass in der Zeit des Bauhaus auch eine neue Typografie entstanden ist, die das Marken-Design bis heute maßgeblich beeinflusst hat.

    Das Bauhaus, 1919 als Kunstschule in Weimar gegründet, gilt als Ort der Avantgarde der klassischen Moderne. Berühmte Namen wie der des Gründers Walter Gropius, aber auch Marcel Breuer oder Mies van der Rohe, Paul Klee, Wassiliy Kandinsky, um nur einige zu nennen, prägen die Ära, die bis heute für den Begriff „Moderne“ steht. Aus der ursprünglichen Idee, Kunst und Handwerk mit dem Ziel „das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“ zu verbinden, entwickelte sich eine Stilrichtung, die in ihrer Funktionalität, Sachlichkeit und klaren Formensprache weit über Kunst und Handwerk hinausging. Bauhaus steht für moderne Architektur ebenso wie für modernes Möbel- und Gebrauchsdesign.

    Weniger bekannt: Im Bauhaus selbst entstand auch so manches avantgardistisches Gestaltungskonzept zum Marken- und Verpackungsdesign, was Layout und Typografie anbelangte. Um Werbe- und Informationsmaterialien erstellen zu können, rief man schon in der ersten Bauhaus-Phase eine Reklameabteilung ins Leben, der 19 Studierende angehörten. Organisiert wurde sie von dem Studenten Herbert -Bayer, der, so Museumsdirektor Hans-Georg Böcher, als Vorläufer des heutigen Corporate Design gilt. 1933 wird das Bauhaus, inzwischen über Dessau nach Berlin umgezogen, von den Nazis geschlossen. Während die meisten Künstler emigrieren, bleibt Herbert Bayer in Deutschland. Aber obwohl von den Nazis hofiert, verlässt auch er 1938 als letzter der Bauhäusler Deutschland in Richtung New York, weil – so seine Begründung – er das Gefühl hatte, dass es so nicht mehr lange weitergehen konnte.

    Dem Bauhaus-Gedanken konnte die nationalsozialistische Gesinnung allerdings wenig anhaben, wie die Ausstellung verdeutlicht, die sich sowohl den Anfängen des Bauhaus wie auch den Nachwirkungen widmet. Im Mittelpunkt der noch bis Dezember laufenden Sonderausstellung steht die von László -Moholy-Nagy propagierte „Neue Typographie“. „Die wichtigste Kehrtwende in der Schriftkunst des 20. Jahrhunderts, die die formale Erscheinung und den graphischen Stil der Auslobung von Markenbildern revolutionierte, so Museumsdirektor Böcher. Zu den in der Form noch nie präsentierten Exponaten gehören bekannte Klassiker wie etwa die Entwürfe El Lissitzkys für „Pelikan“ oder die legendäre „Bauhaus-Schachspiel“-Kartonage von Josef Hartwig, die bekannteste Verpackung, die, so Böcher, am Bauhaus selbst entwickelt wurde.

    Enormen Aufschwung erfuhr das Bauhaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter dem Motto „weniger ist mehr“ präsentierten sich bald Markenprodukte aus allen Bereichen des täglichen Lebens. Einige Marken unter ihnen sind heute noch ein Begriff wie Chanel No. 5, Bahlsen, WMF, Kaisers Kaffee oder auch Eau de -Cologne Farina mit dem Design von Wassiliy Kandinsky aus dem Traditionshaus in Köln, auch bekannt unter 4711. Selbst das iPhone von Apple unserer Tage, unverkennbar mit seiner puren Verpackung, ist geprägt vom Stil des Bauhaus.

    Die Ausstellung „Vom Bauhaus ins Kaufhaus“ lenkt den Blick auf altbekannte Marken und deren Designsprache. Und macht verständlich, wie sich die Bewegung der künstlerischen Moderne in unserem Alltag etablieren konnte. Die Sonderausstellung ist noch bis Ende Dezember 2020 im Deutschen Verpackungsmuseum in Heidelberg zu sehen.

    Als erstes und einziges Museum seiner Art stellt das Deutsche Verpackungs-Museum die Kulturleistung der Verpackung in den Mittelpunkt – insbesondere die der traditionsreichen Marken mit ihrem unverkennbaren Verpackungsdesign. Die Verpackung als wesentlicher Beitrag zur Differenzierung und Prägung beziehungsweise Wiedererkennbarkeit einer Marken-identität. Als ein unmittelbarer Spiegel der kulturellen Entwicklungen unserer Gesellschaft.

     

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