Größere Anschaffungen wie etwa TV-Geräte, Kühlschränke, Waschmaschinen oder Kleidung werden natürlich auch hier längst überwiegend bargeldlos beglichen. Aber laut Bundesbank werden um die 50 Prozent aller Transaktionen in Deutschland an den Ladenkassen immer noch mit Scheinen und Münzen abgewickelt.
„Bargeld ist gelebte Freiheit“, sagt Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. „Man kann im gesamten Euroraum damit bezahlen und ist auch in unvorhergesehenen Situationen liquide. Manchmal nutzt man sogar Bargeldzahlungen, die nicht auf der Kreditkartenabrechnung auftauchen sollen – etwa bei Geschenken.“ Und er betont: „Ich bin und bleibe ein Freund des Bargelds. Das überrascht sicher nicht, da ich bei der Bundesbank auch für den Bereich Bargeld zuständig bin.“
Allerdings ist in Deutschland ums Bezahlen mittlerweile eine Kontroverse entbrannt. Mehr und mehr Geschäfte akzeptieren nur noch Kartenzahlung. Münzen und Scheine werden zurückgewiesen. Die Begründung klingt meist ähnlich: Sicherer, moderner, weniger Aufwand. Und tatsächlich bietet das bargeldlose System echte Vorteile: Kein fehlendes Wechselgeld, keine Tagesabrechnung, kein Diebstahlsrisiko einer vollen Kasse im Laden.
Die Reduzierung von Bezahlalternativen an den Kassen hat aber einen Preis. Denn wenn immer mehr Geschäfte Bargeld verweigern, verschwindet für Millionen Verbraucher die Wahlfreiheit aus dem Alltag. Diese Entwicklung trifft Menschen ohne Bankkonto, Kinder, Jugendliche, Senioren ohne Smartphone, ohne Karte, aber auch Menschen mit persönlichen und psychischen Komplikationen. Und selbst routinierte Kartennutzer haben manchmal ihr „Plastik“ nicht zur Hand oder wollen ihre Münzen und Scheine einfach nur loswerden. Die Einschränkung einer Zahlform trifft also keine Randgruppe, sondern ganz unterschiedliche Menschen in alltäglichen Situationen.
Immer mehr Händler akzeptieren nur noch digitale Zahlungsmittel
Um die vier Prozent der Einzelhändler setzen bereits ausschließlich auf Kartenzahlung, ohne Bargeld zu akzeptieren. Doch der überwiegende Teil der Konsumenten, sagt laut einer Erhebung des Verbraucherzentrale Bundesverbands, dass sie sich eigentlich zwischen Bar- und Kartenzahlung entscheiden wollen. Aber manchmal können sie nicht. Fast jeder Dritte von ihnen hat bereits die Erfahrung gemacht, dass es in einem Geschäft nicht mehr die Möglichkeit gab, bar zu bezahlen.
Doch auch das Gegenteil ist weit verbreitet. Dort heißt es: „Nur Bargeld, bitte!“ Vor allem in kleinen Betrieben, bei Bäckereien und Imbissen, auf Wochenmärkten oder bei Take-away-Anbietern ist das keine Seltenheit. Auch Friseure und Handwerker bleiben oft bei Bargeld, nicht aus Prinzip, sondern wegen der Kosten. Denn Kartenlesegeräte sind teuer, zudem kosten Transaktionen über Kreditkartenanbieter laut Handelsverband Deutschland (HDE) zwischen 0,8 Prozent und mehr vom Umsatz. Zudem fließt das Geld nicht sofort, sondern oft erst nach Tagen. Die Entscheidung gegen Kartenzahlung ist also meist betriebswirtschaftlich motiviert.
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