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    Mestemacher

    Ein Familienunternehmen sicher in die Zukunft steuern

    Sie ist Betriebswirtin sowie promovierte Philosophin und widmet sich seit 1994 an der Fachhochschule Bielefeld auf dem weiten Feld der Betriebswirtschaft den immer bedeutenderen Fragen von Personalwesen, Organisation und Gleichstellung: Prof. Dr. Ulrike Detmers.

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    Wenn die Professorin vor ihren Studierenden steht, vermittelt sie nicht nur theoretisches Wissen, sondern kann mit handfesten Kenntnissen aus der Praxis aufwarten. Denn die Wissenschaftlerin ist zugleich in der Großbäckerei Mestemacher mit zentralem Sitz in Gütersloh für das Ressort Social Marketing zuständig. In diesem Unternehmen, das sich mittlerweile auch the lifestyle-bakery nennt, sorgt Ulrike Detmers seit vielen Jahren mit immer neuen Aktionen für Furore und hat den Namen -Mestemacher in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt gemacht. Das Credo der Professorin und erfolgreichen Managerin: „Mir geht es um die Förderung der Geschlechter-Demokratie innerhalb und außerhalb der Familie!“

    Ganz aktuell hat sich die Mestemacher Gruppe, zu der neben der Großbäckerei die Modersohns Mühlen- und Backbetrieb GmbH in Lippstadt, die Aerzener Brot- und Kuchen GmbH sowie die polnische Benus Spolka in -Posen gehört, neu aufgestellt. Klares Ziel ist es, das Familienunternehmen sicher in die Zukunft zu steuern. Dafür wurde die Mestemacher -Management GmbH gegründet. Sie soll künftig die Geschicke der kompletten Firmengruppe zentral lenken. An der Spitze als Vorsitzende der Geschäftsführung steht nun Prof. Dr. Ulrike Detmers. Sie soll als prima inter pares, also als Erste unter Gleichen, agieren. Der Leitungs-Crew gehören neben Ulrike Detmers ihr Mann Albert, ihr Schwager Fritz, die bisher schon Gesellschafter waren, Marta Glowacka, Käthi Penner und Kim Folmeg an. Alle verantworten unterschiedliche Ressorts. Die Verteilung der Spitzenpositionen auf drei Frauen und drei Männer war eine Herzensangelegenheit von Ulrike Detmers, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter im Berufsleben und in der Familie sehr stark engagiert. Schon 2002 hat sie den alljährlich vergebenen MESTEMACHER PREIS MANAGERIN DES JAHRES ins Leben gerufen. „Damit wollen wir die wirtschaftliche Kompetenz von Fachfrauen in der Männerwelt Wirtschaft in den Fokus rücken“, betont die Professorin, „und präsentieren zugleich weibliche Leitbilder für Nachwuchsmanagerinnen.“ Ein anderer Einfall von Ulrike Detmers war der seit 2006 verliehene -Mestemacher Preis Spitzenvater des Jahres. „Diese Auszeichnung wird Vätern zugedacht, die sich an Haushalt, Kindererziehung und Pflege beteiligen“, erläutert die Marketingexpertin, „und die ihrer Partnerin eine eigene berufliche Karriere möglich machen.“

    Seit 2017 wird zudem der -Mestemacher Preis „GEMEINSAM LEBEN“ ausgelobt. Mit ihm werden Lebensmodelle wie Großfamilien, Mehrgenerationenhäuser oder religiöse Einrichtungen prämiert, in denen sich Menschen gegenseitig unterstützen.

    Soziales Engagement kommt bei Handel und Verbrauchern an

    Kaum ein anderes Familienunternehmen legt einen derartig intensiven sozialen Einsatz an den Tag wie die Großbäckerei Mestemacher. Kommt das bei Handel und Verbrauchern an? „Ja, sehr sogar“, betont Ulrike Detmers. „Das Flagship Brand Mestemacher profitiert stark vom positiven Echo unserer Sozialpreise. Kontakte von weit über einer Milliarde Reichweite wurden durch positive Medienberichte über das Stifterunternehmen erzielt. Das ist sehr nachhaltig für das gute Bild von Mestemacher in der Öffentlichkeit.“

    Bei all diesem sozialen Engagement muss natürlich das Alltagsgeschäft bestens funktionieren. Das Brotsortiment von Mestemacher ist außergewöhnlich vielfältig. Es besteht aus Vollkorn-Kreationen, Westfälischem Pumpernickel, Bio-Broten, Fitness-Brot, Fitness-Brötchen, unterschiedlichen Brotsorten in Dosen, Fingerfood und Canapé Broten, Indian Naan Brot, Wraps, Weizenfladenbroten und Sylter Vollkornbrot – es gibt kaum eine Variante, die Mestemacher nicht im Programm hat. „Nicht nur unsere traditionellen Brotsorten sind Teil unseres geschäftlichen Erfolgs“, erläutert Ulrike Detmers, „sondern natürlich auch Innovationen getreu unseres Namens the lifestyle-bakery. Wir beobachten intensiv die Verbrauchertrends, und dann starten wir entsprechende Aktivitäten.“

    Im Bereich langhaltender Vollkornbrote ist Mestemacher sogar Weltmarktführer. Die Kreationen – Pumpernickel eingeschlossen – werden in mehr als 80 Länder exportiert. Haltbar sind die Brote deshalb solange, weil sie in verpacktem Zustand pasteurisiert werden. Das heißt, sie werden bei niedrigen Temperaturen erhitzt und auf diese Weise keimfrei gemacht. So bleiben sie ungeöffnet mindestens sechs Monate lang genussfrisch, in Dosen sogar zwölf Monate.

    Seit einiger Zeit setzt Mestemacher auch auf kleinere Verpackungseinheiten. „Damit wollen wir der demographischen Entwicklung in unserer Gesellschaft nachkommen“, erläutert Ulrike Detmers. „Die Bevölkerung wird älter, die Zahl der Singles wächst, die Mehr-Personen-Haushalte werden weniger.“ Deshalb hat das Unternehmen eine ganze Serie von kleineren Brotformaten in 250 Gramm- oder 300 Gramm-Packungen mit etwa fünf Scheiben aufgelegt, die sowohl vom Handel als auch den Konsumenten sehr geschätzt werden. Denn kleinere Einheiten werden rasch verzehrt, liegen zu Hause nicht lange herum und können somit nicht verderben.

    Tiefkühl-Kuchen für die Hausbäckereien des LEH

    Auch die Tochterfirma Aerzener Brot und Kuchen im gleichnamigen niedersächsischen Ort nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen trägt nicht unwesentlich zum Erfolg der Mestemacher Gruppe bei. Sie bringt vornehmlich das Kernsortiment Tiefkühl-Kuchen und –Brot für den Preiseinstieg national und international in den Handel. Hergestellt werden vor allem Plattenkuchen, die über den Lebensmittelhandel vertrieben werden. Das Sortiment umfasst mehr als 30 TK-Kuchenvariationen für die klassischen Tiefkühltruhen sowie die Hausbäckereien des LEH.

    „In den Pionierländern geschlechterdemokratischer Beziehungen wie Frankreich oder Schweden, in denen zumeist Frau und Mann gleichermaßen Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen, ist die Haus-konditorei mit frisch aufgetauten kleinen Verpackungseinheiten längst Standard“, erklärt Prof. Dr. Ulrike Detmers, „das setzt sich auch bei uns immer stärker durch.“

    Im laufenden Jahr will das Familienunternehmen seine Investitionen von 6,6 Millionen Euro auf mehr als zehn Millionen steigern. Unter anderem soll in Aerzen ein neues Logistikzentrum errichtet werden. 2019 kletterte der Umsatz der Mestemacher Gruppe um 1,9 Prozent auf fast 166 Millionen Euro, ein neuer Firmenrekord. Der Exportanteil liegt bei 29 Prozent.

    Und wie sind die Aussichten für die Zukunft? Ulrike Detmers ist zuversichtlich. „Mit kurzen Entscheidungswegen und schneller Anpassungsfähigkeit werden Familienunternehmen auch noch in zehn Jahren stabile Verhältnisse garantieren“, betont die neue Chefin von Mestemacher. „Bei ihnen herrscht ein gutes Betriebsklima, sie verstehen Personal zu binden und zu motivieren, und sie produzieren und verkaufen effizient.“ Im kommenden Jahr feiert Mestemacher erstmal den 150. Geburtstag.

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