Wer hat sie nicht schon gefasst zu später Stunde am Silvesterabend, die guten Vorsätze fürs kommende Jahr? Schluss mit dem Rauchen, weniger Alkohol, mehr Bewegung. Und mit kritischem Blick in den Spiegel über den Hüftumfang zählt auch der Verzicht auf Süßes – wissen Ernährungsexperten – zu den klassischen Vorhaben von Frauen und Männern zum Jahresbeginn. Doch leicht zu schaffen ist das nicht.
Tatsächlich beginnt unsere Liebe zu Süßem schon mit Beginn unseres Lebens. Muttermilch zum Beispiel schmeckt leicht süßlich, deshalb reagieren Säuglinge mit Wohlbehagen auf Zucker. Evolutionsbiogisch war das bereits im Altertum sinnvoll: Süßer Geschmack signalisierte essbare, energiereiche Nahrung. Bitteres und Saures hingegen konnte Gefahr fürs Leben bedeuten. Dieses Muster begleitet uns tief in unserem Inneren bis heute, auch wenn wir zumindest in unseren Breiten nicht mehr über Energiemangel klagen müssen.
Spannend ist die Frage – wenn wir noch mal an die guten Vorsätze denken – ob die Reduzierung süß schmeckender Lebensmittel unser Ernährungsverhalten generell verändert und unsere Vorliebe für Süßes deutlich verringert. Aufschluss darüber gibt die aktuelle US-Studie Sweet Tooth Trial, die kürzlich im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde. An der großangelegten, kontrollierten Untersuchung hatten sechs Monate lang 180 gesunde Erwachsene im Durchschnittsalter von etwa 35 Jahren teilgenommen. Das Ergebnis war überraschend: Ob die Probanden nun wenig oder viel süß schmeckende Lebensmittel verzehrt hatten, blieben bei ihnen die Vorliebe für Süßes sowie die Wahrnehmung der Süßintensität unverändert. Das Resultat der Studie widerspricht damit der gängigen Annahme, dass eine Verringerung des süßen Geschmacks in unserem Essen und Trinken die Vorliebe für Süßes verdrängt und somit zur Vorbeugung gegen Übergewicht beitragen kann.
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