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    Aktuelle Ausgabe
    Jeder verlorene Stellplatz kostet Umsatz

    Supermärkte verschenken täglich Kaufkraft

    In Deutschland sind über 48 Millionen Pkw registriert. Dabei setzt die steigende Anzahl an Fahrzeugen auch Supermärkte zunehmend unter Parkdruck: Dauerparker, Pendler und Anwohner blockieren in Stoßzeiten Kundenparkplätze – echte Käufer fahren weiter. Im stationären Handel wird der Parkplatz zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb beim Parkraummanagement-Anbieter Avantpark, erläutert, warum blockierte Stellflächen direkte Umsatzeinbußen bedeuten, weshalb externe Parkplatzwächter oft das Kundenerlebnis verschlechtern und wie digitales Parkraummanagement Parkflächen wieder zum Ertragsfaktor macht.

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    Ein voller Parkplatz gilt im Einzelhandel als positives Signal. Doch für viele Supermärkte ist er längst ein betriebswirtschaftliches Risiko. Laut aktuellen Zahlen sind in Deutschland rund 48,8 Millionen Pkw zugelassen, die Zahl ist seit 2008 um über 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig bleibt die verfügbare Fläche konstant. Gerade Supermarktstandorte leiden unter dieser Entwicklung: Pendler, Anwohner oder Fremdparker blockieren in Peak-Zeiten Stellplätze, die eigentlich für kaufbereite Kunden vorgesehen sind. Mario Feghali, Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb bei Avantpark, beschäftigt sich seit Jahren mit der wirtschaftlichen Steuerung von Parkflächen im Handel. Er erklärt, warum jeder dauerhaft belegte Stellplatz messbare Umsatzverluste verursacht, weshalb klassische Abschreckungsmodelle dem Image schaden können und wie digitale Systeme Parkflächen gezielt steuern, priorisieren und monetarisieren.

    Blockierte Stellplätze bedeuten verlorene Warenkörbe
    23 Prozent der Deutschen geben an, dass zu wenige Parkplätze sie vom stationären Einkauf abhalten, in Großstädten mit über 100.000 Einwohnern sind es sogar 29 Prozent.1 Gleichzeitig entsteht rund 30 Prozent des innerstädtischen Suchverkehrs durch Parkplatzsuche.2 Für Supermärkte bedeutet das: Wer keinen Stellplatz findet, fährt zur Konkurrenz. „Ein einzelner Stellplatz steht je nach Branche für bis zu 800 Euro Tagesumsatz. Bei durchschnittlich 80 Parkplätzen ergibt das bis zu 64.000 Euro Umsatz pro Tag“, erklärt der Experte und warnt: „Sind nur wenige Stellflächen dauerhaft blockiert, summieren sich die Verluste schnell.“ Wenn in Stoßzeiten nur fünf Kundenparkplätze durch Dauerparker belegt sind, sinkt die Durchlaufquote erheblich. „Gerade in hochfrequentierten Lagen entscheidet die Parkplatzverfügbarkeit darüber, ob ein Kunde bleibt oder weiterfährt“, so Feghali. Internationale Beispiele zeigen das wirtschaftliche Potenzial: In Großbritannien wird bei Handelsketten wie Lidl jeder einzelne Stellplatz als Umsatzträger analysiert. Dort wird davon ausgegangen, dass ein effizient genutzter Parkplatz jährlich fünfstellige Umsatzbeiträge generieren kann. Für deutsche Märkte ist diese Perspektive noch wenig etabliert.

    Click & Collect braucht garantierte Kurzzeitplätze
    Mit dem Ausbau von Click-&-Collect-Angeboten verschärft sich die Situation weiter. Abholkunden erwarten garantierte, kurzfristig verfügbare Stellflächen. Fehlen diese, verliert das Omnichannel-Modell an Effizienz. Mario Feghali erklärt, dass intelligentes Parkmanagement hier gezielt ansetzt: „Digitale Systeme ermöglichen die Reservierung definierter Zonen, steuern Zeitfenster und priorisieren registrierte Abholer.“ Kamerabasierte Kennzeichenerkennung erlaubt es, Berechtigungen automatisiert zu prüfen und Kurzzeitparkplätze freizuhalten, ohne Personalaufwand oder Schrankenlösungen. Wie auch in anderen Branchenprojekten gezeigt wurde, lassen sich so Verkehrsfluss und Flächennutzung signifikant verbessern.

    Parkflächen als betriebswirtschaftlicher Hebel
    Neben der Sicherung der Kundenfrequenz eröffnet digitales Parkraummanagement neue Erlöspotenziale. Datenbasierte Auswertungen ermöglichen es, Stoßzeiten zu erkennen, Aufenthaltsdauern zu analysieren und Flächen außerhalb der Ladenöffnungszeiten wirtschaftlich zu nutzen. Feghali betont, dass Supermarktparkplätze keine Nebenfläche mehr seien: „Parkflächen sind betriebswirtschaftliche Stellhebel. Wer sie nicht steuert, überlässt Umsatzpotenzial dem Zufall.“ Angesichts steigender Fahrzeugzahlen und zunehmender Flächenknappheit entscheidet sich die Wettbewerbsfähigkeit im stationären Handel nicht allein im Regal – sondern bereits auf dem Parkplatz.

    www.avantpark.de

    1 https://de.statista.com/infografik/31695/umfrage-zum-ausreichenden-vorhandensein-von-parkplaetzen/
    2 https://www.enbw.com/blog/elektromobilitaet/trends/smart-parking/

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