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    Aktuelle Ausgabe
    Anuga FoodTec 2024

    Interview mit Matthias Schlüter

    Im Vorfeld der Anuga FoodTec, die vom 19. bis 22. März 2024 in Köln stattfindet und die bedeutendste internationale Fachmesse für Lebensmitteltechnologie ist, stellen sich viele Fragen, die nach einer Antwort verlangen. Benno Keller vom Dr. Harnisch Verlag sprach im Vorfeld der Messe mit Matthias Schlüter, dem Direktor der Anuga FoodTec.

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    Benno Keller: Die Anuga FoodTec ist die Weltleitmesse für Lebensmitteltechnologie. Abgesehen von Aussteller- und Besucherzahlen: Warum ist das so?

    Innovationen sind sicherlich ein zentraler Grund. Sehr viele Aussteller nutzen die Messe, um ihre Innovationen der Branche vorzustellen. Und wenn das sehr viele machen, wird es für die Besuchenden natürlich spannend. Und wenn dann noch Innovationen aus aller Welt an einem Ort präsentiert werden, dann wird es noch ein bisschen spannender.

    One-Stop ist sicherlich auch wichtig, will sagen, dass die Besucherinnen und Besucher auf der Anuga FoodTec alles finden, was sie zur Herstellung ihrer Lebensmittel benötigen. Das fängt bei Verpackungen und Automatisierungslösungen an, geht über Laboreinrichtungen und Intralogistiklösungen weiter und endet noch lange nicht bei komplexen Anlagen oder Abwasseraufbereitungen. Alles ist auf die Bedürfnisse der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zugeschnitten, das ist für die Besuchenden natürlich angenehm.

    Internationalität ist sicherlich auch noch ein wichtiger Punkt. Dadurch, dass Aussteller aus allen Ländern kommen, finden die Besuchenden vom Preiseinstieg bis zur Highend-Lösung genau das Angebot, was für sie passend ist. Das erspart jede Menge Reisen und damit Zeit. Weltleitmessen wie die Anuga FoodTec sind sehr effiziente Plattformen.

    Und dann ist da noch das Eventprogramm. Auf drei Bühnen werden gefühlt alle aktuell wichtigen Themen aus den verschiedensten Perspektiven beleuchtet. Wir haben uns zusammen mit unserem Partner DLG bemüht, nicht nur die deutsche oder europäische Brille aufzusetzen, sondern für Teilnehmende aus aller Welt ein Programm auf die Beine zu stellen, bei dem alle etwas Konkretes mit nach Hause nehmen können.

    Zuletzt fördert die Messe natürlich auch die branchenübergreifenden Kooperationen und Partnerschaften, die für die Entwicklung innovativer Lösungen und Technologien unerlässlich sind.

    Benno Keller: „Rethink foodtech“ heißt es in Zusammenhang mit der Messe: Kann die Messe Startsignale für Transformationen in der Food Industrie geben?

    Matthias Schlüter: Absolut, die Anuga FoodTec erweist sich als ein entscheidender Katalysator für die Transformation der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Mit unserem diesjährigen Leitthema ‚Responsibility‘ haben wir offensichtlich den Zeitgeist getroffen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie eine Vielzahl von Unternehmen auf dieses Thema reagiert und innovative Lösungen präsentiert, die sich auf nachhaltige Entwicklung konzentrieren. Wir sprechen hier von durchdachten Innovationen wie Siegelnahttechniken, die Ressourcen schonen, Verpackungen aus umweltfreundlichem Alginat, vollständig recyclingfähigen Materialien und Anlagen, die den Energieverbrauch minimieren.

    Diese Entwicklungen sind nicht nur technologische Fortschritte; sie repräsentieren einen Paradigmenwechsel innerhalb der Branche. Die Anuga FoodTec fungiert als eine Plattform, die diesen Wandel erleichtert, indem sie Akteure aus der gesamten Lebensmittel- und Getränkeindustrie zusammenbringt. Dieses Netzwerk aus Start-ups, etablierten mittelständischen Unternehmen und globalen Playern ist eine Brutstätte für zukunftsfähige Partnerschaften und transformative Projekte.

    Zusätzlich eröffnet die internationale Dimension der Messe Perspektiven, die weit über lokale oder regionale Grenzen hinausgehen. Sie stellt globale Herausforderungen und Chancen in den Vordergrund und regt Unternehmen dazu an, über den Tellerrand hinaus zu denken. Diese globale Perspektive ist entscheidend, denn sie inspiriert zu Lösungen, die international tragfähig sind.

    Insgesamt ist es diese Kombination aus unserem zentralen Thema ‚Responsibility‘, der Zusammenführung vielfältiger Marktteilnehmer und der Einbettung in einen globalen Kontext, die die Anuga FoodTec zu einem mächtigen Auslöser für den Wandel in der Lebensmitteltechnologie macht. Damit lebt und fördert die Messe den Gedanken ‚Rethink foodtech‘, indem sie die Branche nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch zu konkreten, nachhaltigen Handlungen inspiriert.

    Benno Keller: Kann die Messe die Veränderungsbereitschaft der Industrie beeinflussen?

    Matthias Schlüter: Unsere Aussteller präsentieren eine Vielzahl von innovativen Lösungen, die speziell darauf abzielen, das Interesse und das Engagement innerhalb der Industrie zu wecken. Was wir hier sehen, ist eine deutliche Zeichenstellung gegenüber den aktuellen Herausforderungen – es ist ein Bekenntnis zu Veränderung und Fortschritt. Diese neuen, zielorientierten Technologien und Methoden sind nicht nur beeindruckend in ihrer Vielfalt, sondern sie dienen auch als Inspirationsquelle für unsere Besuchenden und Teilnehmenden. Sie regen dazu an, über bestehende Praktiken nachzudenken und fördern die Bereitschaft, konkrete Schritte in Richtung einer verantwortungsvolleren und nachhaltigeren Zukunft zu unternehmen. Letztendlich glaube ich, dass die gemeinsame Anstrengung unserer Industrie, innovative und nachhaltige Lösungen zu entwickeln und einzusetzen, eine Bewegung in Gang setzt, die zu echten und positiven Veränderungen führt.

    Benno Keller: Was ist Ihre größte persönliche Herausforderung?

    Matthias Schlüter: Meine größte persönliche Herausforderung ist sicherzustellen, dass die Messe kontinuierlich relevant und innovativ bleibt, um den sich ständig wandelnden Bedürfnissen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie gerecht zu werden. Dies erfordert eine ständige Aufmerksamkeit für Trends, Technologien und Entwicklungen in der Branche, sowie eine enge Zusammenarbeit mit Ausstellern, Partnern und Fachleuten, um zu gewährleisten, dass die Anuga FoodTec eine führende Plattform für Wissenstransfer, Networking und Geschäftsentwicklung bleibt.

    Darüber hinaus ist es eine Herausforderung, die Balance zwischen Tradition und Innovation zu finden. Während es wichtig ist, bewährte Elemente der Messe beizubehalten, müssen wir gleichzeitig auch offen sein für neue Ideen und Konzepte sein. Es ist essentiell, die Anuga FoodTec kontinuierlich als dynamische, inspirierende und wertvolle Plattform für Fachbesuchende und Aussteller zu erhalten. Sie soll die Vielfalt der Lebensmittel- und Getränkeproduktion umfassend abbilden und für alle Beteiligten echten Mehrwert schaffen.

    Benno Keller: Die Food-Messe der Zukunft:  Wird es gelingen, komplette Prozesse von der Rezeptur bis zur Verpackung abzubilden?

    Matthias Schlüter: Ich denke, dass es zunehmend möglich sein wird, komplette Prozesse von der Rezeptur bis zur Verpackung abzubilden. Die Fortschritte in der Digitalisierung, Automatisierung und Integration von Systemen spielen hierbei eine entscheidende Rolle.

    Durch die stetige Weiterentwicklung von Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT), künstlicher Intelligenz (KI), Blockchain und fortschrittlicher Analytik wird die Lebensmittel- und Getränkeindustrie immer besser in der Lage sein, nahtlose und transparente Prozesse zu schaffen. Auf Messen wie der Anuga FoodTec können wir mittlerweile schon erwarten, dass diese Technologien nicht nur präsentiert, sondern auch in Live-Demonstrationen gezeigt werden, sodass Besuchende und Aussteller die kompletten Prozesse in Aktion sehen können.

    Zudem treiben Nachhaltigkeit und Verbraucherforderungen nach Transparenz und Rückverfolgbarkeit die Industrie dazu, integrierte Systeme zu entwickeln, die von der Beschaffung der Rohstoffe über die Produktion bis hin zur Verpackung und Lieferung reichen. FoodTec-Messen der Zukunft könnten daher verstärkt Lösungen zeigen, die eine vollständige Transparenz und Effizienz in allen Stufen der Lebensmittelherstellung ermöglichen.

    Darüber hinaus wird die zunehmende Bedeutung von personalisierten Ernährungsansätzen und innovativen Lebensmittelprodukten die Entwicklung von Technologien vorantreiben, die eine schnelle und flexible Anpassung von Rezepturen und Verpackungsprozessen ermöglichen.

    Meiner Meinung nach wird die FoodTec-Messe der Zukunft ein umfassendes Bild von den Prozessen in der Lebensmittelindustrie bieten, von der Rezeptur bis zur Verpackung. Dies wird nicht nur zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung beitragen, sondern auch die Nachhaltigkeit und die Erfüllung der Verbraucherwünsche verbessern.

    Benno Keller: Wollen Sie noch eine Bemerkung zu PetFood machen?

    Matthias Schlüter: Die Anforderungen in der Food- und der Pet Food Industrie sind bekanntlich sehr ähnlich. Da liegt es nahe, dass viele Besucherinnen und Besucher aus der Pet Food Industrie schon lange die Anuga FoodTec nutzen, um sich über die neusten Anlagen und Lösungen zu informieren. Daher freut es mich, dass in diesem Jahr über 400 Aussteller der Anuga FoodTec angegeben haben, gezielt die Pet Food Industrie anzusprechen. Besonders hervorgehoben wird dies in der Pet Food Zone, in der sich die Unternehmen präsentieren, denen diese Zielgruppe besonders am Herzen liegt.

    Benno Keller: Vielen Dank für das Gespräch.

     

    Matthias Schlüter, Direktor der Anuga FoodTec.

     

    www.anugafoodtec.de

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