Eine Publikation des Dr. Harnisch Verlags

    • de
      • en
  • Anzeigen
  • Anzeigen
  • Food Technologie

    Magazin für Inhaltsstoffe, Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln ist die Fachpublikation für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum, sowie einigen Ländern Osteuropas.

    Ausgabenarchiv

    Diese Fachzeitschrift wird als E-Paper mit interaktiven Inhalten angeboten.

    Aktuelle Ausgabe
    Interview mit Prinova

    Der Sweet Spot – wie man in den DACH-Süßstoffmärkten erfolgreich ist

    "Süßstoffe in der DACH-Region - was ist hierbei zu beachten?" Zu diesem Thema sprach die Redaktion der Food Technologie mit Daniel Leister, Regional Sales Manager bei Prinova Europe Limited.

    Anzeigen
  •  

    FT: Guten Tag Herr Leister, warum stehen Hersteller unter Druck, den Zuckergehalt von Lebensmitteln und Getränken zu senken?

    D. Leister: Bereits seit vielen Jahren wächst die Besorgnis am hohen Zuckergehalt der Ernährung in den DACH-Ländern (Deutschland, Österreich und der Schweiz). In Deutschland sind schätzungsweise zwei Drittel aller Männer übergewichtig (1) und die Prävalenz von Typ-2-Diabetes wird auf 9,9 % geschätzt. (2) Diese alarmierenden Statistiken und die Rolle, die übermäßiger Zuckerkonsum dabei spielt, hat zu weitreichenden Maßnahmen seitens von Regierungen und NROs geführt. 2017 riet die Österreichische Diabetesgesellschaft Verbrauchern an ihren Zuckerkonsum einzuschränken (3), und 2019 rief die deutsche Bundesregierung Hersteller dazu auf, den Zuckergehalt von Lebensmitteln freiwillig zu senken. (4)

    FT: Wie hat sich die Einstellung von Verbrauchern gegenüber Zucker verändert?

    D. Leister: Es ist zu einem bedeutenden Wandel in der Verbrauchereinstellung gegenüber Zucker gekommen, was sich auch im Kaufverhalten widerspiegelt. Mehr als ein Viertel (27 %) der Verbraucher in Deutschland sind darüber besorgt, dass ihre Frühstückscerealien zu viel Zucker enthalten, und „zuckerarm“ ist einer der drei wichtigsten Faktoren, die sie bei der Kaufentscheidung für Cerealien berücksichtigen. Diese Konsumentenstimmung hat zu einem deutlichen Anstieg von Entwicklungen geführt, welche geringere Zuckermengen enthalten. Der Anteil neuer Cerealienprodukte, die mit „niedrigem / reduziertem/ keinem Zuckergehalt“ ausgezeichnet wurden, stieg in Deutschland zwischen 2012 und 2015 von 7 % auf 16 %. (5)

    FT: Was ist die globale Lage in Sachen Zuckerreduzierung?

    D. Leister: Die Entwicklungen in der DACH-Region sind Teil eines größeren globalen Trends, da Verbraucher und Regierungen auf der ganzen Welt ein wachsendes Bewusstsein für die Risiken eines übermäßigen Zuckerkonsums zeigen. Acht von zehn Verbrauchern versuchen, ihren Zuckerkonsum einzuschränken oder Zucker komplett zu vermeiden. (6) Viele Länder haben Steuerauflagen eingeführt, und die amerikanische FDA hat Kennzeichnungsregeln umgesetzt, um zugesetzte Zuckermengen deutlicher hervorzuheben.

    FT: Wie hat sich dies auf die Süßstoffmärkte ausgewirkt?

    D. Leister: Es herrscht ein deutlicher Druck, Rezepte mit geringeren Zuckergehalten neu zu formulieren oder Zucker gar ganz zu eliminieren. Das Bewusstsein für die Folgen eines hohen Zuckerkonsums hat jedoch den Appetit der Verbraucher auf Süßes nicht gemindert. Untersuchungen zeigen, dass Süßstoffe wie Sucralose, Aspartam und Natriumsaccharin ein effektiver Weg sein können, um die Süße von Zucker zu bieten, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen. In Verbindung mit einem Anstieg des Konsums an verarbeiteten Produkten treibt dies das Wachstum in den DACH-Ländern voran. Der deutsche Süßstoffmarkt ist der größte in Europa und wird voraussichtlich bis 2025 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 1,72 % weiter steigen. (7)

    FT: Was sind die Schlüsselkategorien für Süßstoffe?

    D. Leister: In den DACH-Ländern sind Süßstoffe am häufigsten in Nahrungsergänzungs- und anderen Getränken vorzufinden. Sie werden auch oft in Backwaren, Süßigkeiten und Snacks verwendet.

    FT: Worauf achten Verbraucher bei Süßungsmitteln?

    D. Leister: Es besteht eine wachsende Nachfrage nach Optionen auf natürlicher oder pflanzlicher Basis, und dies kann einen wichtigen Antrieb zum Kauf darstellen. In den USA geben beispielsweise 28 % der Verbraucher an, dass die Verwendung natürlicher Inhaltsstoffe in kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken sie dazu ermutigen würde, ihren Konsum zu erhöhen. (8) Es besteht daher eine steigende Nachfrage nach Süßstoffen mit einer natürlichen Ausrichtung, wie zum Beispiel Stevia. In Deutschland stellen mehr als 100 Unternehmen Produkte her, die Stevia-Glykoside enthalten. (9)

    FT: Welche Lösungen zur Zuckerreduzierung bietet Prinova an?

    D. Leister: Prinova bietet ein umfassendes Sortiment an innovativen Lösungen zur Reduzierung von Zucker und zur Verbesserung des Süßgeschmacks an, welche in unseren hochmodernen Einrichtungen in Europa, Asien und Amerika hergestellt werden. Unser Sortiment an Inhaltsstoffen umfasst Acesulfam K, Aspartam, Sucralose, Natriumsaccharin, Stevia und Stevia-Mischungen, sowie Natriumcyclamat. Wir können zusätzlich auch maßgeschneiderte Mischungen basierend auf Kundenformulierungen herstellen, und produzieren marktbereite Süßmischungen, die sich ideal für Anwendungen in Getränken und Fertigmix-Pulvern eignen.

    FT: Worauf sollten Unternehmen bei Süßstoffanbietern achten?

    D. Leister: Natürlich bilden Qualität und Vertrauen hier den Grundstein. Es ist zudem wichtig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der Ihnen Markteinblicke und Preisvorteile bieten kann. Ein weiterer bedeutender Faktor ist Preisstabilität – die Süßstoffkategorie ist in dieser Hinsicht notorisch unbeständig. Dank Prinova’s langjährigen Lieferantenbeziehungen können Sie sich mit Vertrauen auf unsere sichere Position in der Lieferkette verlassen.

    FT: Wie schätzen Sie die steigende Nachfrage nach Süßungsmitteln zukünftig ein?

    D. Leister: Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit übermäßigem Zuckerkonsum werden auch in den kommenden Jahrzehnten ein Problem und Markttreiber sein. Forschungen aus dem letzten Jahr schätzen, dass die Fettleibigkeitsrate bei Männern noch einige Jahre steigen wird, bevor sie Ihren Höhepunkt erreicht: in Österreich noch bis zum Jahr 2040, in Deutschland bis 2041, und in der Schweiz bis 2052. (10) Das bedeutet, dass der Anreiz zur Zuckerreduzierung weiter zunehmen wird, und der Einsatz von Süßstoffen eine der besten Strategien bleibt, um auf diesen Trend zu reagieren, ohne die Attraktivität der Produkte zu beeinträchtigen. Inzwischen werden die Süßstoffmärkte auch durch andere Faktoren, wie beispielsweise das wachsende Interesse an Sporternährungsgetränken, angekurbelt. Obwohl die Nachfrage in Europa wahrscheinlich weniger schnell wachsen wird als in einigen Entwicklungsländern, wird der europäische Markt für Süßstoffspezialitäten derzeit mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 5 % bis 2025 eingeschätzt. (11),(12)

    FT: Vielen Dank, Herr Leister.

     

    www.prinovaglobal.com/eu/en

    Quellen:

    (1) Weltgesundheitsorganisation, Diabetes-Länderprofile, Deutschland, https://www.who.int/diabetes/country-profiles/deu_en.pdf 2016
    (2) Gabler, M., Geier, S., Mayerhoff, L. et al. Cardiovascular disease prevalence in type 2 diabetes – an analysis of a large German statutory health insurance database. BMC Public Health 21, 328, 2021
    (3) EASO ‚New Sugar Recommendations for Austria‘, 9. Februar 2017
    (4) Southey F ‘Germany calls for food manufacturers to voluntarily reduce sugar, fats and salts’, Food Navigator, 8 January 2019
    (5) Mintel ‘Breakfast Cereals’, September 2016
    (6) International Food Information Council Foundation, Food & Health survey, 2019
    (7) Mordor Intelligence ‘Germany Food Sweetener Market – Growth, Trends, COVID-19 Impact, and Forecasts (2021 – 2026)’, 2020
    (8) Lightspeed Mintel, Juli 2020
    (9) Mordor Intelligence ‘Germany Food Sweetener Market – Growth, Trends, COVID-19 Impact, and Forecasts (2021 – 2026)’, 2020
    (10) Janssen F, Bardoutsos A, Vidra N ‘Obesity Prevalence in the Long-Term Future in 18 European Countries and in the USA’ Obes Facts 13:514 –527, 2020
    (11) Marktdatenprognose ‘Europe Speciality Sweeteners Market By Application (food Sector, Beverages Sector And Others) , By Type ( Natural And Artificial) And By Region – Industry Analysis, Size, Share, Growth, Trends, And Forecasts(2016-2021)’, February 2020
    (12) Mordor Intelligence ‘Europe Sugar Substitute Market – Growth, Trends, COVID-19 Impact, and Forecasts (2021 – 2026)’ 2020

     

    Nutzen Sie die Vorzüge eines Abonnements:
    Abonnieren Sie unsere Fachzeitschriften und Magazine bequem online und wir senden Ihnen bereits die nächste Ausgabe druckfrisch zu.

    Leseexemplar anfordern

    Unsere Magazin-App:

    Diese Magazine könnten Sie auch interessieren:

    Copyright 2021 by Dr. Harnisch Verlag