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    Vitalstoffe

    Das Magazin für Mikronährstoffe und deren Wirkungen

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    Aktuelle Ausgabe
    Von Diana Kalustova

    Deutschland: Tägliche Zufuhr an Folat-Äquivalenten extrem mangelhaft

    Wenn der Körper es nicht selbst kann

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    Folate (auch als Vitamin B9 oder Vitamin B11 bezeichnet) werden vom menschlichen Körper nicht selbst erzeugt. Folate sind jedoch in höchstem Maße lebenswichtig, denn sie sind an einer Vielzahl für die Zellteilung unabdingbarer Stoffwechselprozesse beteiligt. Der Körper ist also auf die Folat-Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Neueste Untersuchungen zeigen, dass 86 Prozent der Frauen und 79 Prozent aller Männer in Deutschland die täglich notwendige Menge an sogenannten Folat-Äquivalenten nicht erreichen. In der Folge zeigen sich häufig Mangelerscheinungen mit teils katastrophalen Auswirkungen auf Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Davon betroffen sind insbesondere ältere Menschen, Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft, aber auch Kinder und Heranwachsende sowie Genesende.

    Die Bezeichnung Folate lässt sich zurückführen auf das lateinische Wort „folium“ für Blatt – ein Hinweis darauf, dass grüne Blattgewächse wie Spinat, Rosenkohl etc. zu den angestammten Lieferanten dieses hitze- und lichtempfindlichen Vitamins zählten.

    Heute weiß man, dass sich Folate unter anderem auch in Hefen, Getreidekeimen, Hülsenfrüchten sowie in Kalbs- und Geflügelleber finden. Die Bandbreite an Lebensmitteln, die einen relativ hohen Gehalt an Folaten aufweisen, lässt sich noch erheblich erweitern. Allerdings sind vor allem beim Kochen von Fisch, Fleisch oder Gemüse hohe Zubereitungsverluste zu berücksichtigen. Diese Verluste sind auf Grund der hohen Oxidations- und Hitzeempfindlichkeit von Nahrungsfolaten mit >50 Prozent anzunehmen. Bereits 2008 hat das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel eine Unterversorgung der Bevölkerung mit Folaten nachgewiesen (1). Entsprechend dieser Studie wird die empfohlene tägliche Aufnahmemenge von 300 µg an Folat-Äquivalenten von mehr als der Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland nicht erreicht.

    Wichtiges Wissen über Vitamin B9, Folat und Folsäure

     

    Wofür sind Folate wichtig?

    Folate sind entscheidend beteiligt an der Zellreifung, Zelldifferenzierung und Zellteilung. Davon direkt betroffen sind das Gewebewachstum und die Bildung von roten und weißen Blutkörperchen sowie von Schleimhautzellen. Gleichermaßen können Folate durch Anregung einer vermehrten Zellbildung auch die Hirntätigkeit verbessern. Neuere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Folsäure einen Beitrag zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen leistet. Folsäure soll das Arteriosklerose-Risiko senken, indem es den Homocysteinspiegel im Blut verringert. Ein hoher Homocysteinspiegel im Blut gilt als eine der Gefährdungskomponenten für Arteriosklerose.

    Gefahren in der Schwangerschaft

    Besondere Aufmerksamkeit sollten Frauen schon vor einer Schwangerschaft, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit dem Thema Folatbzw. Vitamin-B9-Mangel widmen. Der Grund dafür: Folate sind an der Übertragung kleiner Kohlenstoffeinheiten, sogenannter C1-Einheiten, beteiligt, die für viele Prozesse der Zellteilung und Zelldifferenzierung unabdingbar sind. In der Schwangerschaft steht neben der Gesundheit der Schwangeren stets die gesunde Entwicklung des Ungeborenen im Mittelpunkt. Bei Folat-Mangel kann es beim Fötus zur Ausbildung von Neuralrohrdefekten kommen. Dazu gehört ein offener Rücken, also eine Spina bifida, die bei etwa der Hälfte der betroffenen Neugeborenen auftritt. Eine Anenzephalie ist bei rund 40 Prozent der Fälle anzutreffen. Bei einer Anenzephalie hat sich die Schädeldecke nicht geschlossen, und es fehlen in unterschiedlichem Umfang Teile des knöchernen Schädeldaches, der Hirnhäute, der Kopfhaut und des Gehirns. Das Stammhirn ist lediglich bei einem Viertel der Fälle entwickelt. Teile des Großhirns und die Neurohypophyse, das Zwischenhirn sowie das Schädeldach fehlen ganz oder teilweise. Auch Fehl- oder Totgeburten sind häufig die Folge, ebenso schwerste Behinderungen wie Querschnittslähmung oder Wasserkopf.

    Schwere Neuralrohrdefekte sind nicht selten – von 1000 Neugeborenen sind 1 bis 1,5 betroffen.

     

    Folat-Vorsorge auf jeden Fall bis zum Ende der Stillzeit empfohlen

    Bei geplanten Schwangerschaften sollte die Einnahme von qualitativ hochwertigen Folaten (nicht Folsäure!) mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft beginnen und bis zum Ende des ersten Trimenons beibehalten werden. Zur Prävention von Neuralrohrdefekten zusätzlich zu einer Folat-reichen Ernährung wird laut D-A-CH-Referenz die tägliche Gabe von 550 µg Folat-Äquivalent empfohlen, während der Stillzeit sollten immer noch 450 µg Folat-Äquivalent supplementiert werden, weil der Folat-Bedarf durch die Folat-Abgabe über die Muttermilch erhöht ist (Abb.2).

     

    Vitamin B9, Folsäure und Folate

    Weil Vitamin B9 vom Körper nicht selbst erzeugt wird, muss es dem Organismus über Nahrungsmittel oder durch Supplementierung zugeführt werden. Oft wird Vitamin B9 mit Folsäure gleichgesetzt. Unter dieser Bezeichnung wird eine Vielzahl von Vitameren zusammengefasst, abgeleitet von der in der Natur nicht vorkommenden, aber biologisch sehr aktiven Pteroylmonoglutaminsäure (Abb. 3). In Fachkreisen ist „Folsäure“ der Begriff für die synthetisch hergestellte Verbindung mit einem Glutamatrest, während man die natürlichen Vertreter, also zum Beispiel die in Lebensmitteln vorkommenden Formen, als Folat bezeichnet. Während Folate dem Körper sofort zur Verfügung stehen, muss Folsäure erst in einem extrem langsamen, mehrstufigen Prozess in eine für ihn nutzbare Form umgewandelt werden. Dabei kann es zu einer hohen Konzentration freier Folsäure im Blut kommen.

    Nur L-Methylfolat überwindet die BlutHirnschranke

    L-Methylfolat kann, im Unterschied zu Folsäure, die Blut-Hirnschranke überwinden. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Krankheitsbilder Alopezie (Haarausfall) und Depression wichtig. Für die Supplementierung ist auch deshalb dem bioaktiven L-Methylfolat eindeutig der Vorzug zu geben.

    Die Wissenschaft warnt vor Gefahren durch Vitamin B9 aus Folsäure

    Für den „Umbau“ natürlicher Folate (z.B. aus Spinat) in Vitamin B9 nutzt der Körper das Enzym DHFR (Dihydrofolatreduktase). Synthetische Folsäure benötigt für den „Umbau“ im Körper ebenfalls DHFR, von dem aber nur eine eng begrenzte Menge zur Verfügung steht. Die Verabreichung von synthetischer Folsäure kann deshalb den ganzen Folsäuremetabolismus zum Erliegen bringen. Daraus resultiert, dass die Gabe von synthetischer Folsäure unter anderem das Krebsrisiko erhöhen kann (3) und eventuell auch die Zytotoxität natürlicher Killerzellen reduziert und damit die Immunaktivität des Körpers empfindlich stört (4). Aus diesem Grunde empfehlen Wissenschaftler (5), zur gezielten Supplementierung ausschließlich das bioaktive L-Methylfolat zu verwenden, wie es das Hamburger Unternehmen Vivatis Pharma in höchster Qualität anbietet. L-Methylfolat von Vivatis liefert zudem den Vorteil, dass es ein sogenanntes Calcium-L-Methylfolat ist, also die Calcium-Verbindung von 5-Methyl-Tetrahydrofolat (5-MTHF). L-Methylfolat aus Calcium-Salzen weist eine schnellere Löslichkeit auf als L-Methylfolat aus Glucosaminen und besitzt deshalb im Körper eine höhere Stabilität. Die Dosierung kann entsprechend angepasst werden (siehe Abb. 4). Die Spezialist*innen von Vivatis stehen für umfangreiche Beratung – vom Rohstoff bis zum Fertigprodukt – gern zur Verfügung.

    Quellen, weiterlesen VITALSTOFFE

     

     

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