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    Vitalstoffe

    Das Magazin für Mikronährstoffe und deren Wirkungen

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    Aktuelle Ausgabe

    Titandioxid – neue Wege und Alternativen

    Titandioxid – neue Wege und Alternativen

    In einer sich verändernden Regulierungslandschaft Industrie- und Kundenanforderungen mit Compliance ausgleichen

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  • Die heutigen Käufer von Nahrungsergänzungsmitteln suchen – aufgrund des gesteigerten Bewusstseins und im Hinblick auf das Wohlbefinden insgesamt – sichere Produkte und Clean-Label-Optionen – nicht nur für ihre eigene Gesundheit, sondern auch, um umweltfreundliche Lösungen zu unterstützen. Verbraucher bevorzugen deshalb Nahrungsergänzungsprodukte, die aus natürlichen und eindeutig gekennzeichneten Zutaten hergestellt sind. Eine Forschungsstudie an Konsumenten aus dem Jahr 2020, die von Lonza in Auftrag gegeben wurde, zeigt dass nahezu 9 von 10 (88%) der europäischen Nahrungsergänzungsmittelkonsumenten* eine „unbestrittene Sicherheit“ bei ihren Top-3-Voraussetzungen für den Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln angaben, neben „wissenschaftlichen Nachweisen der Wirksamkeit“, und auch dem Preis. (Deutschland 87%, Dänemark 77%, Polen 91%, Frankreich 90%, Italien 92%, Vereinigtes Königreich 89%) (3). Weiterhin erklärten über drei Viertel (78%) der europäischen Nahrungsergänzungsmittelkonsumenten*, dass die natürliche Herkunft der Inhaltsstoffe zu den zehn wichtigsten Eigenschaften gehören, die ihre Kaufentscheidungen beeinflussen.

    Während der Markt sich schnell entwickelt und die Erwartungen weiter steigen, werden die behördlichen Anforderungen überarbeitet. Was vor fünf Jahren noch als „sicher“ und „erlaubt“ galt, wird jetzt durch die Aufsichtsbehörden erneut bewertet. Hersteller und Markeneigentümer müssen stets eine Balance finden mit robusten, effektiven Nahrungsergänzungsmittellösungen, die den neuesten behördlichen Ansprüchen genügen, und darüber hinaus den Kundenwunsch nach sicheren Produkten erfüllen. Dabei werden diverse Kriterien herangezogen, die von Schluckbarkeit über Komfort bis zum Aussehen und dem Erfüllen religiöser oder nahrungsspezifischer Gesichtspunkte reichen.

    Europäische Nahrungsergänzungsmittelkonsumenten steht für den Durchschnitt der Ergänzungsmittelkonsumenten in Deutschland, Frankreich, Polen, Dänemark, Italien und dem Vereinigten Königreich

    Änderung der Rechtsvorschriften

    Änderungen an den Rechtsvorschriften haben zur Folge, dass jede Produktkomponente begutachtet wird, einschließlich z.B. der Lebensmittelfarbstoffe. Die harmonisierte EU-Gesetzgebung erlaubt die Verwendung spezifischer, zugelassener Farbstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln, die als Nahrungsmittelzusätze beschrieben werden. Traditionell wurde der Nahrungsmittelzusatz Titandioxid (E171) (TiO2) als Farbstoff verwendet, um eine Kapsel herzustellen, die visuell ansprechend ist. Titandioxid ist ein undurchsichtiges Weißpigment, das seit mehr als 40 Jahren eine Zulassung als Nahrungsmittelzusatz hat. Jüngste Studien haben allerdings Fragen bezüglich der Sicherheit von Titandioxid und seines Einflusses auf die menschliche Gesundheit aufgeworfen, was der Präsenz von möglicherweise zellschädigenden Nanopartikeln geschuldet ist (1). Obwohl die Prüfungen für oral eingenommenes Titandioxid in Lebensmittelqualität noch nicht abgeschlossen sind und widersprüchliche Informationen aufgetaucht sind (2), haben diese Befunde in der Folge eine öffentliche Debatte entfacht, durch die Titandioxid einer eingehenden Untersuchung unterzogen wird. Im Mai 2021 gab die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine aktualisierte Stellungnahme zur Sicherheit von Titandioxid heraus, die die aktuellsten Daten berücksichtigt, einschließlich neuer toxikologischer Studien. Es liegt jetzt an der Europäischen Kommission und den EU-Mitgliedstaaten, diese Befunde zu prüfen, aber sie haben bereits erklärt, dass sie diese Stellungnahme in anwendbares Recht umzusetzen wollen, was ein Verbot von TiO2 zur Folge hätte. Noch vor dem EFSA-Bericht hatte Frankreich die Verwendung von TiO2 als Nahrungsmittelzusatz seit dem 1. Januar 2020 untersagt. Die Entwicklung von TiO2-Alternativen konzentriert sich auf die Eigenschaft, den Kapselinhalt durch die Herstellung undurchsichtiger Kapseln maskieren zu können. Zusätzlich ist es wichtig, einen gewissen Lichtschutz für empfindliche Inhaltsstoffe zu bieten, während die wichtige Konsumentenanforderung des Clean Labels gewährleistet bleibt. Ein weiteres Beispiel: der Einsatz von färbenden Lebensmitteln, um Kapseln ein leuchtend-koloriertes Erscheinungsbild zu verleihen, anstatt traditionelle, synthetische oder chemisch verarbeitete natürliche Farbstoffe zu verwenden, die E-Nummern haben. Lonza hat seine Produktlinie für Kapseln mit Lebensmittelfarben, Vcaps® Plus HPMC, um zwei zusätzliche Tönungen erweitert, und bietet jetzt eine komplette Farbpalette an – von Gelb über Rot, Blau, Grün und Braun bis zu Violett. Während die finalen behördlichen Anforderungen zu TiO2 europaweit immer noch bewertet werden, erkunden viele Produzenten bereits entsprechende Umformulierungen ihrer Erzeugnisse. Für viele Markenhersteller von Ergänzungsmitteln, die nach Kapseln suchen, die nicht nur transparent sind, ist die Jagd auf ein weißes Trübungsmittel eröffnet, das eine realisierbare Alternative zu Titandioxid darstellt.

    Bewertung von Titandioxid-Alternativen

    Titandioxid ist ein Trübungsmittel, das Herstellern viele Vorteile bietet. Die Lichtundurchlässigkeit, die es aufweist, ermöglicht eine effektive Maskierung der Kapselfüllung und einen Schutz der Inhaltsstoffe vor Zersetzung durch Licht, während das herausstechende Hellweiß den Markeneigentümern hilft, eine einzigartige, visuelle Identität aufzubauen. Ein alternatives Trübungsmittel muss dieselbe Funktionalität aufweisen und darf gleichzeitig die Stabilität und Robustheit der Kapsel nicht negativ beeinflussen. Damit ist das Finden einer realisierbaren Alternative eine Herausforderung, da sie das Potenzial hat, den Herstellungsprozess und die Haltbarkeit der Kapseln signifikant zu beeinträchtigen.

    Auf der Suche nach einem alternativen Trübungsmittel wurde die Leistung einer großen Vielfalt an Substanzen bewertet. Die meisten erreichen den einen oder anderen essenziellen Aspekt nicht, aber eine Option bietet eine halbundurchlässige Weiße zur Maskierung: der Lebensmittelfarbstoff Kalziumkarbonat (E170). Zur weiteren Erforschung der Wirksamkeit von Kalziumkarbonat hat Lonza mehr als 30 Komponenten gründlich getestet – auf der Suche nach einem alternativen Trübungsmittel, das ein breites Spektrum an Vorteilen für Hersteller und Konsumenten bietet. Durch diesen Testvorgang, bei dem der Bedarf nach einer kompatiblen, hochleistungsfähigen Lösung immer höchste Priorität hatte, wurde ein sorgsam ausgewähltes, lebensmittelechtes Kalziumkarbonat für die Capsugel® Vcaps® Plus White Opal® HPMC Kapseln gewählt, basierend auf Partikelgröße, Verteilung und Form. Dieses halbundurchlässige Trübungsmittel wird mit der Wärmegelierungstechnologie des Capsugel® Vcaps® Plus HPMC Kapselportfolios gefertigt, was ein gelatineartiges Auflösungsprofil ermöglicht, aber auch die Aspekte Lichtschutz, Undurchlässigkeit und Markenherausstellung berücksichtigt – dank seines natürlichen Aussehens.

    Diverse Anforderungen, konforme Lösungen

    Mit zunehmender Komplexität des Konsumentenbedarfs steigen auch die Anforderungen an die Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, die Lösungen finden müssen, die einer größeren Bandbreite an Überlegungen Rechnung tragen. Die heutigen Branchenregelungen sind eigentlich nicht nur für das Standardisieren und Sichern der Produktentwicklung wichtig, sondern spielen auch zunehmend eine entscheidende Rolle für das Herausbilden und Beeinflussen von Innovationen. Das wiederum macht Lösungen für Darreichungsformen nötig, die Markeneigentümern ermöglichen, die relevanten Standards einhalten zu können.

     

    Quelle: VITALSTOFFE

     

     

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