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Vitalstoffe

Das Magazin für Mikronährstoffe und deren Wirkungen

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MUDr. Katharina Keller

Der Pfeffer der Gynäkologie

Vitex agnus-castus, der Mönchspfeffer, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wächst als laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien und in den Nordwesten Indiens (1). Die Pflanze wird meist mehrere Meter hoch; unter günstigen Bedingungen kann sie etwa 5 bis 6 Meter erreichen (2).

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  • Die typische Farbe der Blüten ist violett-blau, kann aber auch rosa oder weiß erscheinen. Die Blütezeit des Mönchspfeffers liegt überwiegend im Sommer, meist von Juli bis August, teils auch bis in den Herbst hinein. Die Fruchtreife, die für die naturheilkundliche Verwendung bedeutsam ist, setzt im Herbst, meist September bis Oktober ein (2). Die Früchte sehen zwar aus wie kleine Pfefferkörner, sind aber nicht mit dem Pfeffer des Piper nigrum, dem schwarzen Pfeffer, vergleichbar. Die zwei Pflanzen unterscheiden sich in der Familienzugehörigkeit, in Wuchsform, Herkunft, Verwendung und Schärfe (3).

    Einsatz in der Frauenheilkunde

    Im Unterschied zu vielen anderen „Frauenkräutern“ ist die Evidenzlage bei Mönchspfeffer vergleichsweise gut. Er wirkt vor allem über den Einfluss auf das Hormonsystem. Bestimmte Inhaltsstoffe zeigen eine dopaminerge Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Achse, vor allem an der Adenohypophyse – der Hirnanhangsdrüse (5). Dadurch wird die Ausschüttung von Prolaktin gehemmt. Prolaktin ist ein Hormon, das bei erhöhten Werten zu Brustspannen, Zyklusstörungen und Beschwerden vor der Menstruation beitragen kann. Wenn der Prolaktinspiegel sinkt, können sich diese Beschwerden bessern (5). Mönchspfeffer wirkt also nicht wie ein direkt zugeführtes Hormon, sondern eher regulierend auf neuroendokrine Abläufe (5). Man findet noch weitere, weniger erforschte Hypothesen für die Wirkung. Es gibt Hinweise, dass Mönchspfeffer sekundär Veränderungen anderer Reproduktionshormone beeinflussen kann, weil eine Senkung von Prolaktin die ovarielle Funktion und damit die Lutealphase stabilisieren könnte. Andere Daten weisen auf eine mögliche Bindung an μ- und κ-Opioidrezeptoren hin (6). Diese Befunde werden als möglicher Beitrag zu Effekten auf Stimmung, Schmerz oder prämenstruelle Symptome diskutiert.

    Prämenstruelles Syndrom (PMS)

    Der am besten untersuchte Einsatzbereich von Mönchspfeffer ist das Prämenstruelle Syndrom. PMS beschreibt körperliche und psychische Beschwerden, die in den Tagen bis etwa 1 – 2 Wochen vor der Menstruation auftreten und mit Beginn dieser oder kurz danach wieder abklingen. Typisch sind hier Brustspannen, Blähungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und Heißhunger (7).

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