Eine Publikation des Dr. Harnisch Verlags

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  • Dr. Harnisch Verlag

    Der Dr. Harnisch Verlag im Zeitgeschehen/Historie

    Seit 1811 bestand in Fulda die Druckerei J.J. Arnd. Ernst Reisner gründete 1897 die Firma als Verlag J.J. Arnd in Leipzig neu. Lehrbücher für Schule neben Grundlagenwerken für das Handwerk in den Bereichen Holz, Metall und Maschinenbau und schließlich u.a. der berühmt gewordene „Eisenbahn- und Verkehrsatlas von Europa“ herauszubringen, sah das ursprüngliche Verlagsprogramm vor. 1901 gründete Ernst Reisner eine eigene Sortiments- und Reisebuchhandlung, die mit großem Erfolg den Vertrieb der Produktion des J.J. Arnd Verlages übernahm. 1905 wurde von ihm die Architektur-Zeitschrift „Der Profanbau“ gegründet. Sie entwickelte sich unter der Herausgeberschaft von Prof. Dr. Licht, dem Stadtbaurat von Leipzig und Erbauer des Leipziger Rathauses, in kurzer Zeit zu einer der angesehensten Architektur-Zeitschriften Deutschlands. Der Erste Weltkrieg wurde für Ernst Reisner zu einer schweren Prüfung. Nur der Umstand, dass er die Belieferung der Feldbuchhandlung der dritten Armee mit allem, was ein Soldat benötigte, vom Notizblock bis zur Zigarette, zugewiesen erhielt, ermöglichte die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes.

     

    Ernst Reisner gründete 1897 die Firma als Verlag J.J. Arnd in Leipzig, Salomonstraße 10, im grafischen Viertel.

     

    Nach Ende des Ersten Weltkrieges hieß es für fast alle Verlage, von vorn anzufangen. Ernst Reisner hatte erkannt, dass die Förderung des Exports ein gewinnbringendes Geschäftsmodell sein würde und gründete mit Hilfe seines Bruders am 1. Juli 1919 „Die deutsche Überseepost“, die erste Exportzeitschrift der Welt. Bereits 1921 hatte die Zeitschrift eine bestätigte Auflage von 11.000 Exemplaren, wovon zwei Drittel ins Ausland gingen. Die Übersee-Post war die erste und lange Zeit die einzige deutsche Exportzeitschrift. Von Jahr zu Jahr baute Ernst Reisner mit seinen Mitarbeitern die „Übersee-Post“ aus. 1923 nahm er Georg Lösche als Teilhaber auf, der als weltgewandter Polyglott eigene Industrie- und Auslandserfahrungen mitbrachte. Die Zeitschrift erschien mit großzügigen Bildern in Kupfertiefdruck. Die orangefarbigen Hefte erschienen schließlich in den beiden Serien Technologie und Konsumgüter in je 52 Ausgaben pro Jahr in englischer Sprache und zusätzlich auf Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Die Versandkartei des Verlags umfasste Ende der 20er Jahre eine halbe Million Adressen. Erstmalig 1926 erschien das „Handbuch für den Außenhandel“ sowie weitere Exportliteratur.

    In den Jahren 1933 bis 1939 nahm die Tätigkeit der Exportförderung weiter zu. Der Verlag hielt sich von der politischen Führung fern, dafür suchte er aber die Nähe der offiziellen Wirtschaft. Die Übersee-Post wurde das Organ der Reichsmesse Leipzig. Die Firmen, die mit der Überseepost zusammenarbeiteten waren ein Abbild der gesamten Wirtschaft: Deutsche Bank und Commerzbank, BMW, Mercedes, Pelikan, Steiff, … Im Verlauf des Kriegs wurde die Exportförderung schwieriger. Zahlreiche Märkte waren nur noch bedingt erreichbar. Redaktionelle Beiträge von Wirtschaftsprofessoren und Instituten konzentrierten sich auf Exportmärkte in Südeuropa, besonders in eroberten Gebieten.

    Der zweite Weltkrieg forderte viele Opfer. Im Dezember 1943 wurde das Verlagshaus zerstört. Die Übersee-Post wurde unter der Kriegsadresse Saalfeld am Druckereistandort weiter produziert. Die letzte Ausgabe der Übersee-Post erschien im November 1944.

    Neubeginn 1948 in Nürnberg
    1948 begann der Wiederaufbau, diesmal der Wirtschaftsverhältnisse wegen, in Nürnberg. Das Wissen der Verlagsfach- und Exportleute, soweit sie überlebten, blieb erhalten und gab dem Fortsetzungsunternehmen ab Herbst 1948 neue Impulse. 1948 war der erste Verlagssitz das Carlton Hotel in Nürnberg. Die ersten Ausgaben der ÜBERSEE-POST erschienen bereits im Februar 1949.

    Die ersten Ausgaben der ÜBERSEE-POST nach dem 2. Weltkrieg erschienen bereits im Jahr 1949.

     

    Neue Köpfe mussten die Führung übernehmen oder kamen hinzu: Hermann E. Reisner, Sohn des Gründers und seit 1943 Chef des Verlags, baute mit einigen Teilhabern den Verlag in Nürnberg neu auf. Leo Ringel gab durch Weitblick und große Initiative dem Wiederaufbau die Grundlagen, Alfred Wiesengrund ermöglichte die Form der heutigen Gesellschaft. Kurt Harnisch war seit 1935 bei der ÜBERSEE-POST. Nach dem Ausscheiden von Hermann E. Reisner 1954, übernahmen Kurt Harnisch und Adolf Obst den Verlag. Die ÜBERSEE-POST ging Tag und Nacht in Großauflagen in die Welt. Sie war einmalig in ihrer Art, hatte Sondercharakter, erreichte die für Inserenten und Käufer relevanten Zielgruppen und hatte ein beträchtliches redaktionelles Umfeld.

    1967 übernahm Dr. Günter Harnisch (1937 – 2017) den Verlag und änderte den Verlagsnamen 1984 in Dr. Harnisch Verlagsgesellschaft ab. Mit der Umbenennung der ÜBERSEE-POST in „Dr. Harnisch Verlag“ und dem Umzug in die Blumenstraße erfand Günter Harnisch den Verlag neu. Die Bedeutung der Exporttitel ging zurück, Kontakte zu Osteuropa, Russland und China führten zu neuen Verlagsprodukten und Service-Aktivitäten für Comecon-Firmen. Nach dem Ende der Sovjetunion gab der Verlag Business Guides für russische Regionen, für Aserbaidjan, Kasachstan und Usbekistan heraus. Ein Highlight war die Herstellung eines Buches der Lebensgeschichte des kasachischen Nationalhelden aus Leder mit Messingschließen.

     

    Dr. Günter Harnisch übernahm 1967 den Verlag von Adolf Obst und seinem Vater, Kurt Harnisch.

     

    Neue Verlagsstrategie
    1985 beschloss Günter Harnisch eine weitere Änderung der Verlagsstrategie. Benno Keller (*1950), zuvor beim Springer-Verlag, New York, trat in den Verlag ein, zunächst für „Innovation“ später als Verlagsleiter. Die neue Ausrichtung des Verlags resultierte in der Schaffung einer Reihe Fachzeitschriften, es entstand die internationale und deutsche Food- und Getränkegruppe und Fachmagazine für andere Bereiche.

    2004 trat Dr. Claus-Jörg Harnisch (* 1974) in den Verlag ein und übernahm die Leitung im Jahr 2009. In dieser Zeit wurde das gesamte Verlagsprogramm überarbeitet und aktualisiert – Neue Branche Metall, Relaunch dedica, Verselbständigung des VDMA Titels Pumpen und Kompressoren, Neue Entwicklung des fng Magazins für den Handel mit Sonderausgaben für die Schweiz, für Getränke und Tabak.

    2018 übernahm Benno Keller die Hälfte des Verlags. Es entstanden eine Reihe neuer Fachmagazine, die pessimistischen Beurteilungen von Printmedien zum Trotz in ihren jeweils großen Nischen unmittelbar Erfolg haben.

    Heute ist der Dr. Harnisch Verlag mit seinen 18 Fachzeitschriften ein zuverlässiger Partner für viele Industriebereiche in Deutschland und weltweit. Schwerpunkte des Verlagsprogramms sind die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Lebensmittelhandel, das Bauwesen, die holzverarbeitende Industrie, die Prozesstechnik, Präzisionswerkzeuge und die Werbemittelbranche.

    Leser schätzen vor allem die Fachartikel auf höchstem Niveau, sowie Anwendungsberichte und Produktneuheiten. Durch das redaktionelle Gespür für Trends und wichtige Themen der unterschiedlichen Märkte sind die Fachzeitschriften des Dr. Harnisch Verlags eine unverzichtbare Lektüre sowie effiziente Werbeträger in Print und Digital.

     

    Dr. Claus-Jörg Harnisch (links) und Benno Keller (rechts) leiten den Verlag heute.

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